Neue Studienergebnisse zeigen, dass KI in der Wirtschaftsprüfung sowie im Finanz- und Rechnungswesen voranschreitet mit einem klar strukturierten und konsequenten Ansatz für Governance, Validierung und Implementierung
Düsseldorf, 28. April 2026: Kanzleien in Deutschland treiben die Einführung von Künstlicher Intelligenz mit einem starken Fokus auf Qualität, Kontrolle und professionelle Standards voran, wie eine neue Studie zeigt.
Die Ergebnisse der von Caseware gesponserten globalen IDC-Studie „The Future of Audit and Accounting in the AI Era“ zeigen, dass 63 % der deutschen Kanzleien KI bereits in ihre Strategie integriert haben, sie in ausgewählten Bereichen einsetzen oder entsprechende Pilotprojekte durchführen. 68 % planen, den Einsatz von KI-Technologien in den nächsten zwei Jahren einzuführen oder auszubauen – ein Hinweis auf die anhaltende Dynamik, mit der die Branche auf erste Implementierungen aufbaut.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Einführung von KI in Deutschland stetig voranschreitet mit einem klaren Fokus darauf, die Umsetzung sorgfältig und fundiert zu gestalten, statt sie möglichst schnell voranzutreiben
Ein rigoroser Ansatz bei der Einführung von KI
In Deutschland verfolgen Kanzleien einen strukturierten und disziplinierten Ansatz bei der Integration von KI in Prüfungs- und Rechnungslegungsprozesse. Im Fokus steht dabei, KI so einzubinden, dass sie zuverlässig, prüfbar und mit professionellen Standards vereinbar ist. Dies spiegelt einen Markt wider, in dem Präzision und technische Sorgfalt maßgeblich bestimmen, wie neue Technologien eingeführt werden.
„In Deutschland gehen Organisationen mit einem hohen Maß an Disziplin an das Thema KI heran“, sagte David Marquis, Chief Executive Officer bei Caseware. „Der Fokus liegt nicht nur darauf, was KI leisten kann, sondern darauf, wie sie sich in der Praxis bewährt, wie sie gesteuert wird und wie sie einer Überprüfung standhält. Deshalb haben wir in den Aufbau einer intelligenteren, leistungsfähigeren und besser gesteuerten KI-Plattform investiert, um die Einführung und das Wachstum von Organisationen zu unterstützen.“
Prüfungsqualität und professionelles Urteilsvermögen im Fokus
Die Studie macht deutlich, dass deutsche Kanzleien Chancen und Risiken ausgewogen bewerten
49 %* der Befragten in Deutschland stimmen zu, dass KI die Prüfungsqualität verbessern kann, ein Zeichen für Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Prüfungsabdeckung zu erweitern und Analysen zu unterstützen.
Gleichzeitig stimmen 41 %* zu oder voll und ganz zu, dass KI das professionelle Urteilsvermögen beeinträchtigen könnte, was die Bedeutung menschlicher Aufsicht unterstreicht.
Diese enge Balance zwischen wahrgenommenem Nutzen und Risiko deutet auf einen Markt hin, der aktiv hinterfragt, wie KI eingesetzt werden sollte, anstatt sie unkritisch zu übernehmen.
Validierung und Kontrolle als zentrale Elemente der Implementierung
Deutsche Kanzleien legen großen Wert auf die Validierung von KI-Ergebnissen und die Sicherstellung von Verantwortlichkeit.
64 %* der Befragten geben an, dass Wirtschaftsprüfer:innen KI-Ergebnisse, auf die sie ihre fachlichen Schlussfolgerungen stützen, stets validieren sollten. Dies unterstreicht ein Modell, in dem KI das professionelle Urteilsvermögen unterstützt, jedoch klarer Aufsicht und Überprüfung unterliegt.
Leistung gegen Sicherheit abwägen
Weltweit sind 55 %** der Befragten bereit oder sehr bereit, eine gewisse Einbuße bei der Leistungsfähigkeit von KI zugunsten stärkerer Sicherheits- oder Schutzmaßnahmen in Kauf zu nehmen. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 51 %* knapp unter dem globalen Durchschnitt. Dies deutet auf einen Markt hin, der grundsätzlich mit der internationalen Einschätzung übereinstimmt, jedoch etwas weniger bereit ist, Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit einzugehen.
Fachkräfte bleiben ein struktureller Engpass
Während die Einführung voranschreitet, beeinflusst die Verfügbarkeit technischer Expert:innen weiterhin das Tempo der Implementierung.
41 % der deutschen Kanzleien nennen den Mangel an technischem Fachpersonal als zentrale Hürde für die Einführung von KI. Dies zeigt, wie schwierig es ist, Fachwissen und KI-Kompetenz sinnvoll zusammenzuführen.*
Entsprechend steigt die Nachfrage nach Lösungen, die Komplexität reduzieren und sich nahtlos in bestehende Prozesse einfügen.
Ein bewusster Weg zur KI-Reife
Die Ergebnisse legen nahe, dass sich Deutschland mit einem gezielten und strukturierten Ansatz in Richtung KI-Reife entwickelt. Anstatt Geschwindigkeit zu priorisieren, konzentrieren sich Kanzleien darauf, Governance-Strukturen, Prozesse und Fähigkeiten aufzubauen, die den langfristigen, skalierbaren Einsatz von KI unterstützen.
Über die Studie:
The Future of Audit and Accounting in the AI Era is an IDC study, sponsored by Caseware, based on a December 2025 survey of over 1,000 audit and accounting decision-makers across Australia, Canada, Germany, The Netherlands, the UK & Ireland and the United States.
* IDC Resource Map, Sponsored by Caseware, The Future of Audit and Accounting in the AI Era, #US54483126, April 2026.
** IDC InfoBrief, Sponsored by Caseware, The Future of Audit and Accounting in the AI Era, #US54248126-IB, February 2026.